BIS ZUM HIMMEL

Text: Andreas Hähle 

aus dem blauen zelt der nacht 

flieht ein weisser stern

auf die erde und ganz sacht

kann ich ihn singen hörn

von fernen alten zeiten und vom glück

der wind spielt leise mit dem mond

fängt sein goldnes licht

in die brandung wie ein kind

mal ich dein gesicht

der sand kühlt meine füsse

ich geh nicht mehr zurück

 

bis zum himmel reicht meine liebe zu dir

sie hüllt die ganze welt ein

lässt mich nicht allein

o glaub mir

bis zum himmel reicht meine liebe zu dir

ich weiss dass ich sie halten kann

ich hab die kraft dafür 

 

das spiegelbild der einsamkeit

trägt das wasser mit sich mit

die schatten sind zerstreut

bäume flüstern unser lied

verstummt ist nun das schweigen in mir

die wellen rauschen an den strand

ein ferner leiser ton

vor mir liegt ein neues land

die sonne blinzelt schon

ein feuerroter streifen

am horizont führt mich zu dir

 

bis zum himmel reicht meine liebe zu dir ... 

 

 

DRAUSSEN AUF DEM MEER

Text: Andreas Hähle

draußen auf dem meer ist alles anders 

da schlägt keiner schimpfend türen zu

schlägt keiner sein kind voller zorn

nützt mir kein geld keine guten schuh

 

die krieger schlafen draußen auf dem meer

 

draußen auf dem meer ist alles anders

ist der wind noch so wild wie er geborn

kann ich manchmal bis auf den grund schaun

nützt mir kein beten verloren im sturm

 

die krieger schlafen draußen auf dem meer

 

draußen auf dem meer ist alles anders

das meer kann sanft sein und fürchterlich

begreife ich was wahre liebe ist

nur dort draußen dort draußen erkenne ich mich

 

die krieger schlafen draußen auf dem meer

 

draußen auf dem meer ist alles anders

die zeit vergeht langsam aber genau

ich ruhe mich aus ich weiß nicht wie lange

hält die ruhe an mir ist immer flau

 

die krieger schlafen draußen auf dem meer

 

draußen auf dem meer ist alles anders

habe ich angst vor jedem geräusch

ich kann nicht mal sagen ob ich stark bin

nur eins weis ich dem meer bin ich gleich

 

die krieger schlafen draußen auf dem meer

 

draußen auf dem meer ist alles anders

die zeit vergeht langsam mir ist flau

ich ruhe mich aus ich weiß nicht wie lange

ich weiß eben leider nicht so genau

 

ob krieger schlafen draußen auf dem meer

 

 

 

CAMILLE CLAUDEL

Text: Andreas Hähle

die wälder waren dunkel 

das zuhaus war kalt

und ein stern am weiten himmel

gab der sehnsucht halt

mit sanften weichen händen

schuf sie was sie sah

und der stern kam immer näher

der himmel schien so nah

 

camille camille 

wie schön ist die welt 

wie deine hände 

bis sie zerfällt

 

die meere waren stürmisch

wie die grosse stadt

sehr schnell fällt in die brandung

wer den fels nicht hat

und der felsen kann so hart sein

härtestes gestein

bricht unter ihren weichen händen

ihr herz bleibt allein

 

der himmel ist so grausam 

für stürzt er ein

von ferne diese rufe

dringen nicht mehr herein

sie will auch nichts mehr hören

hält die ihre ohren zu

verschliesst für immer alle türen

ihre hände halten ruh

 

marmor und bronze 

wie schön ist die welt 

wie ihre hände 

bis sie zerfällt...

 

camille camille 

wie schön ist die welt 

wie deine hände 

bis sie zerfällt

 

 

DEIN KUSS

Text: Andreas Hähle

es fühlte sich sich gut an dich im arm zu halten 

dafür wars nicht nötig das hab ich vorher gewusst

und doch war ich so verwirrt ich konnt nicht gleich schalten

ich wollt dich nicht störn das hab ich vorher gewusst

 

es war wien ertrinken dir in die augen zu sehen

dafür wars nicht nötig das hab ich vorher gewusst

ich war wie besoffen ich konnt gar nicht mehr gehen

und bin doch gegangen das hab ich vorher gewusst

 

da ist eins noch eins was ich dir sagen muss

mir fehlt nicht viel mir fehlt nur dein kuss

ich delirier

zwischen tür und papier

bis ich’s kapier

ich wär jetzt gern bei dir

 

meine seele wollt singen als sie dich sprechen hörte

dafür wars nicht nötig das hab ich vorher gewusst

es war wie ein fieber das sich nach innen kehrte

und es machte mir angst das hab ich vorher gewusst

 

ich war dir so nah als wir uns entfernten

dies war der moment ich hab ihn vorher gewusst

nicht gleich genau da als wir uns kennenlernten

ich war mir nicht sicher und habs doch vorher gewusst

 

da ist noch eins was ich dir sagen muss

mir fehlt nicht viel mir fehlt nur dein kuss

ich delirier

zwischen tür und papier

bis ich´s kapier

ich wär jetzt gern bei dir

 

 

EISMEER

Text: Andreas Hähle

schnee fällt auf bleiche

sanfte und weiche

sehr schöne worte

auf einem stück papier von dir

sie gleiten mir aus der hand

fort aus vergangnem land

ich seh vor mir das eis

lockt mich blank und weiss

doch ich fürcht mich noch sehr

ich fürcht mich vorm meer

 

der ring von dir fällt hinterher

er war zu schwer und so leer

es wird für mich zeit zu gehn

ich wag den schritt aufs eis

 

übers eis zu gehen

das ufer nicht zu sehen

und noch kein land in Sicht

übers eis zu schweben

endlich wieder leben

endlich wieder leben

im andern land im unentdeckten land

im andern land im unentdeckten land

 

übers eis zu fliegen

nie mehr einzukriegen

von der zeit

übers eis zu schweben

endlich wieder leben

im neuen land

im unbekannten land

 

 

EIN SCHLUCK

Text: Andreas Hähle

die kinder sind laut und ihr mann ist oft fort

sie sehnt sich so sehr nach einem wort

spürt nur die stille in sich und friert

und die angst daß sie sich verliert

 

keiner kann sie retten

selbst die schlaftabletten

wirken nicht und ihr gesicht

kann sie selbst schon nicht mehr sehen

wohin soll sie denn noch gehen

sie fühlt sich schwach und so allein

 

nur ein kleiner schluck der tut gut

noch ein kleiner schluck weckt das blut

nur ein kleiner schluck macht ihr mut

endlich leben endlich leben endlich leben

 

die kinder sind laut und ihr mann ist oft fort

sie sehnt sich so sehr nach einem wort

spürt nur die stille in sich und friert

und die angst daß sie sich verliert

 

kann sich selber retten

ihr lachen sprengt die ketten

hoffnungslicht auf ihr gesicht

und sie fühlt sich stark und schön

kann über alle grenzen gehn

doch nicht mehr richtig stehn

 

die kinder sind laut und ihr mann ist oft fort

sie sehnt sich so sehr nach einem wort

hat nur die flasche und friert

nicht mehr

 

wenn sie sich verliert

das tut gut

noch ein kleiner schluck weckt das blut

nur ein kleiner schluck macht ihr mut

endlich leben endlich leben endlich leben

 

 

LIEBER GOTT

Text Andreas Hähle

lieber gott hör mir zu mein herz hat einfach keine r

meine mama sagt du hilfst jederzeit wenn man dich nur fragt

 

wenn du hilfst schenk ich dir eine blume aus packpapier

oder einen feuerstein und mein schaukelpferd doch das ist noch klein

 

ich möcht so gern ein vogel sein schön wie ein stern stolz und allein

etwa so gross wie ein adler vielleicht und wie eine feder so leicht

 

du gott bei uns zu haus ist es nicht schön

ich kann papa nicht mehr saufen sehn

und dass er mich und meine mama haut

er stinkt und schreit und dann weint er laut

dass es uns graut

 

du gott warum kann es denn nicht wie früher sein

meine eltern kamen zwar später heim

waren manchmal müd und ausgebrannt

doch immer die wächter für mein kinderland

 

du gott bitte gib papa arbeit und mama geld

denn ich glaube dass sie das sehr quält

dass mein papa sich schämt ihm fehlt geduld

wir kriegen es ab doch sind wir nicht schuld

 

du gott manchmal möchte ich weg von hier

woanders aber ist es schlimmer als bei mir

ich weiss’s genau habs im fernsehen gesehn

nirgends auf dieser welt ist es wirklich schön

wie kann sowas geschehn

wohin solln wir denn gehn

 

ich möcht so gern ein vogel sein schön wie ein stern stolz und allein

etwa so gross wie ein adler vielleicht und wie eine feder so leicht

 

ich möcht so gern ein vogel sein schön wie ein stern stolz und allein

etwa so gross wie ein adler vielleicht und wie eine feder so leicht

und wenn es geht gleich

 

 

MACHT GELD UND WAHNSINN

Text: Andreas Hähle

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat 

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn du an arbeit denkst denk ich an deine haut

und wenn du mich mit worten kränkst mache ich mich dir vertraut

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn du im schlafe nach mir schlägst und um hilfe schreist

dann gebe ich dir einen kuss bis du dir deinen schmerz verzeihst

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn du die zahlen drehst dann dreh ich dich zu mir

wenn dir die kohle ausgeht ich gehe nicht ich bleib bei dir

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn die lieben lieben alle vor uns stehn

uns ihre welt erklärn, dann brauchst du mich nur lächeln sehn

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn dir nach langeweile ist schaust du ne quasselshow

bekommst du einen wutanfall schlag den fernseher ko

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn der gerichtsvollzieher klingelt an unsrer wohnungstür

dann machen wir laut liebe und wir schämen uns nicht dafür

 

auf macht geld und wahnsinn auf neid und auf verrat

können wir verzichten solang die liebe uns noch hat

wenn der gerichtsvollzieher klingelt an unsrer wohnungstür

dann machen wir laut liebe und wir schämen uns nichtmal dafür

 

 

NIEMAND GEHT MEHR ZU FUSS

Text: Andreas Hähle

ich lauf durch die stadt einsam und allein

von irgendwo ein blatt verlassen und ganz klein

fällt mir auf das haar sonst fällt mir keiner auf

während ich am tag durch die strassen lauf

 

niemand schenkt mir einen gruss

denn niemand geht mehr zu fuss

keiner sagt mir guten tag

was ich gar nicht mag

 

die stadt ist leergefegt nichts was sich mehr bewegt

nur meine füsse gehen von andern ungesehn

ein kurzer achtung-vorsicht schrei ein fahrrad fährt vorbei

und das so furchtbar schnell als wärs die polizei

 

niemand schenkt mir einen gruss

denn niemand geht mehr zu fuss

keiner sagt mir guten tag

nur autohupen brülln mich an was ich gar nicht mag

 

die ampel steht auf grün die ganze stadt riecht nach benzin

da sitzt ich auf einer bank ein junger kerl sehr schön und schlank

ich sage froh hallo wie geht es ihnen so

er sagt ich wollt mich grad verlieben und wusste nur nicht wo

 

denn niemand schenkt mir einen gruss

niemand geht mehr zu fuss

keiner sagt mir sie zu sehn

macht diesen tag für mich erst richtig schön

 

 ist das nicht der schönste gruss

und wir beide gehen zu fuss

solln die andern rad fahrn oder benz

ich gehe weiter zu fuss und habe keine konkurenz

 

ist das nicht der schönste gruss

und wir beide gehen zu fuss

solln die andern rad fahrn oder benz

wir gehen weiter zu fuss und haben keine konkurenz

 

 

REGENTROPFEN

Text: Andreas Hähle

er roch nach tabak und nach semmeln

immer warm und ofenfrisch

sein bass war gut für die geschichten

die er uns so gern auftischt

er konnte lachen wie ein räuber

als brenne immer ein kamin

wenn wir an wärme in uns dachten

dachten wir auch immer gleich an ihn

 

wenn der wind durchs offne fenster weht

die kindheit über nacht von kinderseelen geht

wenn die regentropfen platzen

auf der zerrissnen haut

ist niemand mehr und gar nichts mehr vertraut

 

als der kleine hamster meiner schwester

am nachmittag gestorben war

kam er und wischte ihre tränen

er sang ihr vor und flocht ihr haar

sie gingen raus zum kleinen wäldchen

doch die trauer konnt er nicht

mit seinen starken guten händen

wischen aus ihrem ernsthaften gesicht

 

wenn der wind durchs offne fenster weht

die kindheit über nacht von kinderseelen geht

wenn die regentropfen platzen

auf der zerrissnen haut

ist niemand mehr und gar nichts mehr vertraut

 

es dauerte nur ein paar jahre

er war vertraut und immer hier

der grosse bruder meines vaters

wie ein zahmes zutrauliches tier

meine schwester war oft draussen

als wollt sie in ein andres land

der polizist in der tür im regen

sagt sie ist auf das auto zugerannt

 

wenn der wind durchs offne fenster weht

die kindheit über nacht von kinderseelen geht

wenn die regentropfen platzen

auf der zerrissnen haut

ist niemand mehr und gar nichts mehr vertraut

 

er roch nach schweiss und altem fusel

feuchtnass war sein rotes hemd

er der für uns der weihnachtsmann war

der onkel war uns bös und fremd

 

 

SOMMERNACHTSTRAUM

Text: Andreas Hähle

albatrosse schweben dahin

jagen sich dem himmel zu

kleine fische fliegen ich bin

ein teil davon und ohne schuh

geh ich durch den abend folg fremden spurn

bring den wind zum schweigen

will wie eine blume neugeborn

meinen kopf zur sonne neigen

 

sommernachtstraum leben

wir wirklich in so einer phantastischen welt

sommernachtstraum

am horizont feuer ein licht das alles erhellt

 

warm schmiegt sich die erde an mich

macht die füsse schnell und weich

vor mir leuchten käfer und ich

folge in ihr schattenreich

wo es nach meer riecht nach sonne und gras

hör von ferne stimmen

die wie glas an glas

und wie wassertropfen klingen

 

sommernachtstraum leben

wir wirklich in so einer phantastischen welt

sommernachtstraum

am horizont feuer ein licht das alles erhellt

 

sommernachtstraum leben

wir wirklich in so einer phantastischen welt

sommernachtstraum

am horizont feuer ein licht

 

und das feuer brennt die ganze nacht

ich hab zu ihm gefunden

wir singen lieder haben viel gelacht

so viele endlos schöne stunden

 

sommernachtstraum leben

wir wirklich in so einer phantastischen welt

sommernachtstraum

am horizont feuer ein licht das alles erhellt

 

 

STILLE NACHT

Text: Andreas Hähle

jedes jahr ist weihnachtszeit 

wenn das geld zur neige geht

wenn frau und mann im katalog

nach billigware späht

 

wenn papa schimpft weil der plastikbaum

nicht so steht wie im letzten jahr

wenn mama heult weil die küche qualmt

ist bald die familie da

 

alles schwatzt und plappert

bald ist stille nacht

und der Hund der sabbert

was für eine pracht

 

uwe verdrischt den cousin

klein erna will meine puppe

onkel Rudi guckt dann ganz streng

eine faust haut in die suppe

 

tante lilo setzt sich in den baum

und alles lacht sich krumm

der braten fliegt dann durch den raum

die Flaschen kippen um

 

alles kreischt und jodelt

bald ist stille nacht

und der opa rodelt

durch das zimmer und lacht

 

alles schwatzt und plappert

bald ist die stille nacht

 

und der Hund der sabbert

was für eine pracht

und der Opa sabbert

was für eine pracht

 

 

STILLER GENIESSER

Text: Andreas Hähle

er war ein stiller geniesser

nie hat er etwas gesagt

er hatte augen wien büsser

doch sein blick war gewagt

er hatte finger wie seide

und grad nichts zu tun

dann zerflossen wir beide

und kamen nicht mehr zum ruhn

 

die liebe kommt die liebe geht

wie eine feder vom winde verweht

kaum zu spüren leise und schnell

grad war noch dunkel und jetzt ist es hell

 

am morgen ist er gegangen

ich hab ihn nicht mal gehört

nur so ein waches verlangen

hab ich noch lange gespürt

 

die liebe kommt die liebe geht

wie eine feder vom winde verweht

kaum zu spüren leise und schnell

grad wars noch dunkel und jetzt ist es hell

 

die liebe kommt die liebe geht

wie eine feder vom winde verweht

kaum zu spüren leise und schnell

jetzt ist es dunkel und grad wars noch hell

 

 

VERSTECKT VOR DER WELT

Text: Andreas Hähle

sie sahen sich in die augen                                                        

und warn ineinander verliebt

ein kleines verstecktes wunder

dass es das heut immer noch gibt

sie sahen sich in die augen

und nahmen sich bei der hand

sie wollten es erst gar nicht glauben

es hat sie so schnell übermannt

 

und über dem dorn wuchs eine krone aus rosen

und unter der haut wuchs ein zweites herz

und über der stadt wuchs ein neuer himmel

und das land wuchs wolkenwärts

 

sie sahen sich in die augen

und liessen einander nicht los

sie wuchsen ineinander

und wurden so schön und so gross

sie sahen sich in die augen

es war nur ein augenblick

dann sind sie fortgezogen

und kamen nie mehr zurück

 

und über dem dorn wuchs eine krone aus rosen

und unter der haut wuchs ein zweites herz

und über der stadt wuchs ein neuer himmel

und das land wuchs wolkenwärts

 

sie sahen sich in die augen

doch niemand hat es gesehn

und niemand kann es berichten

und niemand kann es verstehn

sie sahen sich in die augen

und warn ineinander verliebt

ein kleines verschwiegenes wunder

dass es das immer noch gibt

 

und über dem dorn wuchs eine krone aus rosen...

 

 

ZEIT VERGEHT

Text: Andreas Hähle

leise schritte komm mir nicht zu nah

müdes lachen viel zu fern mein ja

ich hör mich reden ich seh mir dabei zu

kann dich nicht fühlen bin viel zu weit vom du

sanfte hände berühren meinen leib

könn´ nicht fassen was ich gerade treib

ich bin woanders ich flieg irgendwo umher

und kommt der frühling bin ich nicht mehr hier

 

zeit vergeht ich hab dich nie verstanden

wind verweht ich hass deine verwandten

sand zerstiebt ich kann dich nicht mehr leiden

der fluss versiegt heut geht einer von uns beiden

 

wilde träume zerschiessen mir die nacht

böses schweigen verrät dir nicht warum ich lach

wer du sein willst das will ich nicht mehr sehn

fremdes wesen ich find dich nicht mehr schön

bin weit gekommen, steh vor deiner tür

die ist verschlossen und ich bin außer mir

weisse teller aus porzellan so filigran

fliegen schneller und wir zerbrechen dran

 

zeit vergeht meine liebe war begehren

wind verweht ich kann ihn nicht mehr hören

sand zerstiebt ich kann dich nicht mehr fühlen

der fluss versiegt weil wir die wasserfälle stillen

 

kleine pfeile rammten uns giftig wund

ich bin geflohen hab weder kopf noch grund

ich seh dich weinen  waidgeschlagnes tier

kein trost aus meinem herzen dringt zu dir

ich wollt dich haben und hab dich nur besiegt

man kann nicht fesseln was man sonst nicht kriegt

lass mich rennen um die häuser in mich rein

für alles andre war unsre liebe zu klein

 

zeit vergeht du hast mich nie verstanden

wind verweht du hasst meine verwandten

sand zerstiebt du kannst mich nicht mehr leiden

der fluss versiegt und vertrocknet in uns beiden

 

zeit vergeht deine liebe war begehren

wind verweht du hast verlernt mir zuzuhören

sand zerstiebt du kannst dich nicht mehr fühlen

der fluss versiegt weil wir die wasserfälle stillen